Programm

Freitag, 3. November
12:00 Einlass und Registrierung
13:00 – Session 1 Österreichischer Lehmbau – Status quo? Vergleich mit den Nachbarländern
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Impulsvortrag: Christof Ziegert (DVL, Ziegert | Roswag | Seiler)
Dachverband Lehm
Ziegert | Roswag | Seiler Architekten Ingenieure
Prof. Dr.-Ing. Christof ZIEGERT
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ist Jahrgang 1970 und gelernter Maurer und Bauingenieur.
Er diplomierte 1996 an der Technischen Hochschule Leipzig zum Brandverhalten von Lehmbaustoffen und promovierte 2003 zu Schäden und Sanierung im Massivlehmbau an der TU Berlin, wo er von 1998-2002 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Baukonstruktion und Tragwerkslehre tätig war.
2003 gründete er mit seinen beiden Partnern Eike Roswag und Uwe Seiler das Büro Ziegert | Roswag | Seiler Architekten Ingenieure welches von Anfang an den Schwerpunkt auf Lehmbaustoffe legte. Das Büro beschäftigt derzeit 35 Mitarbeiter und ist weltweit tätig.
Christof Ziegert ist von der IHK zu Berlin „öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Schäden im Lehmbau“, Obmann des Normenausschuss Lehmbau NA 005-06-08 AA beim DIN Deutschem Institut für Normung e.V.
Er ist ehrenamtliches Vorstandsmitglied im Dachverband Lehm e.V. sowie Board Member der ICOMOS Arbeitsgruppe ISCEAH (International Scientific Committee on Earthen Architectural Heritage) und ISCEAH Vorsitzender der Arbeitsgruppe Sanierungstechniken
Seit 2012 ist Christof Ziegert Honorarprofessor für „Bauen und Erhalten mit Lehm“ an der FH Potsdam, FB Bauingenieurwesen

 

 
Impulsvortrag: Thomas Dimov (IG Lehm Fachverband Schweiz)
www.iglehm.ch
www.zerocarbon.ch
www.think-earth.org
Thomas DIMOV
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hat an der ETH Zürich diplomiert und arbeitet als Architekt, Energieberater und Kulturvermittler in der Schweiz und in Österreich. Er ist Vorstandsmitglied der IG Lehm, Fachverband Lehmbau Schweiz und des Vereins stroh+paille+paglia zur Förderung des Bauens mit Pflanzenfasern. 2017 hat Dimov die zoë circular building gmbh gegründet. Die gemeinnützige Firma stellt vorgefertigte Fassadenelemente aus Holz, Stroh und Lehm her. Das Produkt befindet sich aktuell in der Markteinführung mit mehreren geplanten Projekten in der Schweiz, Österreich und in Ungarn. zoë ist auch in der Öffentlichkeitsarbeit und in der Weiterbildung aktiv: Die Veranstaltungsreihe Think Earth!, welche im Herbst 2017 / Winter 2018 in den vier Schweizer Städten Bern, Zürich, Basel und Luzern gezeigt wird, umfasst unter anderem die Ausstellung der preisgekrönten Projekte des ersten internationalen Lehmarchitekturpreises TERRA Award und einen Musterpavillon aus zoë Modulen; unter dem Titel build it! wird zoë circular building ab 2018 in Kooperation mit internationalen Partnern Lehmbaukurse in der Schweiz anbieten.

 

Podiumsdiskussion

Christof Ziegert, Thomas Dimov, Susanne Formanek (klimaaktiv nawaro markt, IBO), Christina Böckl (GrAT - Gruppe Angepasste Technologie, TU Wien)
Moderation: Christoph Lachberger

15:00 – Session 2 Erhaltung, Sanierung und Umbau: Der Umgang mit Bestand
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Impulsvortrag: Christian Kalch
DI Christian KALCH
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Architektur und Gestalten
Amt der NÖ Landesregierung

 

Impulsvortrag: Roland Meingast (LEVITA-Lehm)
Roland MEINGAST
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ist Berater und Bauforscher in den Bereichen Lehmbau, nachhaltiges, ressourceneffizientes Bauen und Sanierung historischer Lehmbauten. Er leitet die Forschungs- und Entwicklungsarbeit von LOPAS, einem in Niederösterreich angesiedeltem Unternehmen, das sich ökologischen Baukonzepten und der Verbindung von Wohnkomfort, ansprechender Architektur und moderner Modulbauweise verschrieben hat.

 

Podiumsdiskussion

Christian Kalch, Gerold Esser (BDA), Roland Meingast (LEVITA-Lehm)
Moderation: Hubert Feiglstorfer


17:00 – Session 3 Lehmbau-Ausbildung: Theorie und Praxis
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Impulsvortrag: Andrea Rieger-Jandl und Karin Stieldorf (TU Wien)
Andrea RIEGER-JANDL
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ist Professorin an der Abteilung Baugeschichte::Bauforschung an der Technischen Universität Wien. Als Architekturwissenschaftlerin und Anthropologin fokussiert sich ihre Forschungsarbeit auf kulturvergleichende Konzepte in der gebauten Umwelt, auf Architektur im Entwicklungskontext, auf regionale Baustoffe (Schwerpunkt Lehm), sowie auf den physischen Ausdruck von Identität im soziokulturellen Raum. Sie ist Initiatorin der langjährigen Vortragsreihe `Architektur transdisziplinär´ und Gründungsmitglied des Instituts für vergleichende Architekturforschung (IVA).

Ass. Prof. DI Dr. Karin STIELDORF
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forscht und lehrt an der Architekturfakultät der TU Wien. Ihre Forschungsprojekte und Publikationen konzentrieren sich auf ganzheitliche Entwurfsmethoden in der Architektur, basierend auf Bauphysik, Gebäudeökologie und Gebäudesimulationssystemen als Unterstützung für die Entwurfsentscheidungen. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen, u.a.: das Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich, 2015; den Staatspreis für ihren Einsatz für nachhaltige Architektur, 2006; und einen Sonderpreis des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie für ihre Arbeit mit Studierenden zur nachhaltigen Entwicklung, 2000. Im Jahr 2013 gewann sie den internationalen Wettbewerb "Solar Decathlon" in den USA (zusammen mit ihren Studierenden) mit dem 1:1-Projekt LISI.

 

Impulsvortrag: Hubert Feiglstorfer (Österr. Akademie der Wissenschaften)
Foto: © K.Schönher
Dipl.-Ing. DDr. Hubert FEIGLSTORFER
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1995 Diplom Architektur TU Wien, seit 2001 Lehmbau-Forschung und Bauforschung mit Schwerpunkten im Himalaja, seit 2010 beschäftigt an der ÖAW, seit 2012 Lektor an der TU-Wien, seit 2014 an der Masarykova University, seit 2015 an der BOKU Wien, seit 2014 Voting Member von ISCEAH/ICOMOS, aktives Mitglied von IVA-ICRA, Gründungsmitglied von AHDF – Architectural Heritage, Development and Future und Gründungsmitglied des Lehmbaunetzwerkes Lehmbau BOKU. 2017 Ziviltechnikerprüfung an der Kammer für Architekten und Ingenieurkonsulenten.

 

Impulsvortrag: Ulrike Schwantner u. Dominik Abbrederis (BASEhabitat - Kunstuni Linz)
http://www.basehabitat.org
BASEhabitat
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ist ein Studio der Studienrichtung Architektur an der Kunstuniversität Linz und Partner des UNESCO Lehrstuhls für Lehmbau. BASEhabitat versteht sich als Projektstudio, das Theorie und Praxis zu Projekten bündelt, die mit den Mitteln von Bautechnik und Raumkunst einen Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung und Erhaltung von Lebensqualität leistet. BASEhabitat legt Wert auf sozial ausgerichtete, vom Handwerk inspirierte und mit Baupraxis verschränkte Professionalisierung.
Die vier Säulen von BASEhabitat sind: Integration und Respekt / Klima und Technik / Material und Handwerk / Schönheit und Würde. Es geht darum, Häuser zu bauen, zu deren Klimatisierung keine Fremdenergie notwendig ist, Häuser welche die Ressourcen ihrer Orte nutzen anstatt zu zerstören, die Umwelt bereichern und den Menschen neue Herausforderungen und neue Arbeit bieten. Im Herbst 2017 startet der Studienzweig BASEhabitat; ein internationaler postgradualer Master BASEhabitat – Humanitarian Architecture ist in Planung. www.basehabitat.org

 

Podiumsdiskussion

Karin Stieldorf, Hubert Feiglstorfer, Vertreter von BASEhabitat, Anton Auer
Moderation: Andrea Rieger-Jandl

ca. 19:00 informelles Abendessen
Ort wird noch bekanntgegeben, um Voranmeldung wird gebeten.
    Samstag, 4. November
8:30 Einlass und Registrierung
9:00 – Session 4 Neue Entwicklungen im Lehmbau: Nischenprodukt vs. Massenbaustoff
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Impulsvortrag: Andi Breuss
Mag. Andreas BREUSS MSc
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Geboren 1961 in Feldkirch, Vorarlberg; seit 2010 Lehrbeauftragter an der NDU (New Design University St. Pölten); seit 2007 Technisches Planungsbüro für Holz-Lehm-Innenarchitektur in Wien; Studium an der Universität Wien - Psychologie und Soziologie; Studium Holzbauarchitektur an der Kunstuniversität Linz; Kulturpreis NÖ 2016, Architektur-Anerkennung; NÖ Holzbaupreis 2016, Anerkennungspreis; Holzbaupreis Wienwood 2015, Preisträger; BMVIT, Innovationspreis, Createch Visions of the Future, Mobilität, 2008; Kulturpreis der Stadt Feldkirch, 1993; Forschungsstipendium des Kulturamtes der Stadt Wien, 1989.

 

Podiumsdiskussion

Franz Josef Eder, Andi Breuss, Anna Heringer
Moderation: David Kraler

11:00 – Session 5 Qualitätssicherung im Lehmbau
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Impulsvortrag: Franz Ottner (BOKU)
Ao.Univ.Prof.iR Mag. Dr. Franz OTTNER
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unterrichtet an der Universität für Bodenkultur in Wien und konzentriert sich auf folgende Wissenschaftszweige: Geologie; Gesteinskunde; Mineralogie; Petrographie; Sedimentologie; Geomorphologie; Umweltforschung; Elektronenmikroskopie; Röntgenstrukturanalyse. Fachkenntnisse: Tonmineralogie; Umweltgeologie; quantitative Tonmineralanalyse; Paläopedologie; Lagerstätten von Massenrohstoffen.

 

Impulsvortrag: Martin Rauch (LEHM TON ERDE)
Foto: © Frank Stolle
Martin RAUCH
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1974 Fachschule für Keramik und Ofenbau, Stoob. 1978–83 Hochschule für angewandte Kunst, Wien. Seit 1990 Konzeption, Planung und Realisierung von Lehmbauprojekten im In- und Ausland. 1999 Firmengründung Lehm Ton Erde, Baukunst GmbH. 2007 Firmengründung ERDEN, Entwicklung und Realisierung von vorgefertigten Stampflehmprojekten. Keramik-Fliesen in Zusammenarbeit mit KARAK (www.karak.at). 2003 bis 2010 Lehrtätigkeit an der Kunstuniversität Linz. Internationale Workshops u.a. in Bangladesch, Südafrika und Österreich in Zusammenarbeit mit BASEhabitat. Seit 2010 Honorarprofessor des UNESCO-Lehrstuhls „Earthen Architecture“. Seit 2014 Gastdozent Departement Architektur der ETH Zürich (gemeinsam mit Anna Heringer). Bis dato an der EPFL in Lausanne.

 

Impulsvortrag: Jasmine Blaschek (Diplomarbeit TU Wien: Ausgerechnet Lehm)
DI Jasmine BLASCHEK
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arbeitet derzeit in Berlin bei Büro ZRS Fachbereich Gutachten und Labor. Ihre an der TU Wien verfasste Diplomarbeit „AUSGERECHNET LEHM - Praktische Perspektiven für den Lehmbau in Österreich wurde 2016 vom Dachverband Lehm mit dem 2. Preis ausgezeichnet.

 

Podiumsdiskussion

Franz Ottner, Martin Rauch, Jasmine Blaschek, Christof Ziegert
Moderation: Karin Stieldorf

15:00 Session 6: Österreichischer Lehmbau – Quo vadis? Strategien für die Zukunft
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moderierte Diskussionsrunde

In einer moderierten Diskussionsrunde können sich alle Beteiligten einbringen, mitdiskutieren, Fragen aufwerfen oder beantworten. Gemeinsam erarbeiten wir dabei eine Zukunftsstrategie für den Lehmbau in Österreich.

  • Welchen Stellenwert könnte Lehmbau in Österreich künftig in der Öffentlichkeit und am Markt erreichen?
  • Könnten Planer, Ausführende und Wissenschaftler stärker voneinander profitieren als bisher?
  • Welches Potential steckt im fachlichen Austausch mit den Nachbarländern?
  • Braucht der österreichische Lehmbau eine Interessensvertretung?
  • Welche Erwartungen haben die einzelnen Beteiligten an eine verstärkte Vernetzung mit anderen Lehmbauern?

 

ab ca.17:30: Gemütlicher Ausklang der Tagung mit Getränken in den Räumlichkeiten der Archdiploma 2017.
  Programm als PDF downloaden   Programm aktualisiert am 17.10.2017. Kurzfristige Änderungen aus organisatorischen Gründen vorbehalten.